- Was ist Osteopathie
- An wen richtet sich Osteopathie?
- Behandlung
- Gesundheitswesen
- Osteopathie Schweiz
- Geschichte&Literatur
- Was ist Osteopathie
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Häufig wird die Osteopathie mit dem Ausspruch „Sanftes Heilen mit den Händen“ umschrieben. Dabei ist Osteopathie weder Massage, noch Chiropraktik oder Physiotherapie, sondern eine systemische Form der manuellen Medizin, die den Menschen aus einer ganzheitlichen Sicht betrachtet und die gegenseitige Interaktivität verschiedener körpereigener Systeme berücksichtigt.
Sie dient vorwiegend dem Erkennen und Behandeln von Funktionsstörungen. Diagnose und Therapie erfolgen mit eigenen, osteopathischen Techniken, die nur mit den Händen ausgeführt werden.
Die vier osteopathischen Prinzipien
Osteopathie baut auf vier Prinzipien auf:
- Der Körper ist eine ganzheitliche Einheit aus Körper, Geist und Seele.
- Der Körper verfügt über Selbstheilungskräfte, Selbstregulationsmechanismen und Gesunderhaltungssysteme.
- Der Körper besteht aus Gewebestrukturen, deren Form und Funktion untrennbar miteinander verbunden sind.
- Die osteopathische Therapie ist eine Synthese aus den drei vorangegangenen Prinzipien, aus Körper-Geist-Seele-Einheit, der Aktivierungskräfte und der untrennbaren Beziehung zwischen Gewebe und Gewebefunktion.
- Grundsatz Bewegung
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Still’s Grundsatz „Leben ist Bewegung“ ist heute noch das oberste Kriterium für die optimale Funktion des menschlichen Organismus. Die Osteopathie geht davon aus, dass der Körper dank der Möglichkeit funktioniert, Bewegungen auszuführen. Dazu gehören für den Osteopathen nicht nur die bekannten Bewegungen der Gelenke oder Muskeln, sondern auch die feinen, rhythmischen und unbewussten Bewegungen von beinahe allen Körperteilen, Körpersystemen und Organen.
Der Rhythmus der Lunge und des Herzens ist allen bekannt, aber auch die Peristaltik des Darmtraktes, die Bewegungen des Blutes, der Lymphe sowie der Hirnflüssigkeit gehören dazu. Jede dieser körperlichen Strukturen hat ihre eigene Bewegung. Ein Sprichwort besagt: Alles was lebt, bewegt sich.
So kann umgekehrt ein Bewegungsverlust der Organe zu Schmerzen führen. Andererseits können bestimmte Lebensgewohnheiten und Ernährungsmuster Bewegungen einschränken, Verstauungen oder Zerrungen somit nicht nur die reine körperliche Bewegung beeinflussen, sondern auch die feinstoffliche Ebene von Organen, Weichteilen oder Nervenbahnen beeinträchtigen.
Die Osteopathie kann diese Bewegungseinschränkungen aufspüren und auflösen – damit das 'Leben wieder im Fluss ist', wie die Osteopathen es ausdrücken.
- An wen richtet sich Osteopathie?
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Osteopathie richtet sich grundsätzlich an Menschen aller Altersstufen. Sie kann bei funktionellen Störungen, chronischen Schmerzen oder traumatischen Ereignissen (z.B. Unfällen, Operationen, etc.) helfen.
Aber auch bei Säuglingen und Kleinkindern kann die Osteopathie nach einer schwierigen Geburt, bei Lern-, Konzentrations- oder Schlafstörungen und bei Migräne, usw. hilfreich sein.
Bei Säuglingen und Kleinkindern liegt das Augenmerk des Osteopathen insbesondere auf dem Kopf- und Nackenbereich. Der Grund: Häufig werden diese Körperpartien auf dem Weg durch den Geburtskanal stark beansprucht und lösen entsprechende körperliche Störungen aus, wie Blähungen, Verstopfungen, Mittelohrentzündungen, Entwicklungsverzögerungen oder asymmetrische Körperhaltungen. Da sich besonders bei Kleinkindern innere und äussere Einflüsse später entscheidend auswirken, ist Osteopathie besonders bei den Jüngsten angezeigt. Bereits bei der Geburt können Funktionsstörungen und Kompensationen entstehen, die erst viele Jahre später zu Symptomen oder bestimmten Krankheiten führen können.Besonders die Wachstumsphase ist durch Bewegung gekennzeichnet und der Organismus macht grosse anatomische, physiologische und psychische Veränderungen durch. Solche Veränderungen können Funktionsstörungen auslösen. Der Körper versucht, durch Kompensation darauf zu reagieren. Ist er mit der Kompensation überfordert, entstehen strukturelle Störungen: Eine Krankheit bricht aus. Vor allem bei Kindern bietet die Osteopathie bezüglich der Prävention viele Vorteile. Wenn Funktionsstörungen und Kompensationen erkannt und behandelt werden, so können spätere strukturelle Störungen - und somit Krankheiten - vermieden werden. Die Osteopathie kann dabei helfen, Ursachen bei Kleinkindern und Säuglingen zu entdecken und zu behandeln, wo ein Schulmediziner sie kaum vermuten würde. Osteopathie darf dabei aber nicht als Alternative zur Kinderheilkunde verstanden werden, sondern als sinnvolle Ergänzung.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Osteopathie ohne Medikamente auskommt. Dies kommt besonders Kleinkindern zu gute, da die Medikamentenforschung sich weitgehend auf Erwachsene konzentriert - aus ethischen Gründen. Kinder reagieren aufgrund des noch nicht ausgereiften Stoffwechsels vollkommen anders auf Medikamente als Erwachsene. Kinder können oft nicht nach dem neusten Stand der pharmazeutischen Forschung behandelt werden - sie werden oftmals ausgeklammert. - Bei welchen Krankheiten kann Osteopathie angewendet werden?
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Wir haben für Sie eine unvollständige Liste zusammengestellt, bei welchen Krankheiten Osteopathie typischerweise angewendet werden kann.Bei Fragen zu konkreten Leiden stehen wir gerne zur Verfügung.
- Rückenschmerzen (mit oder ohne Ausstrahlungen)
- Bandscheibenvorfall
- Schmerzen zwischen den Schulterblättern
- Schulter/Ellbogen/Handschmerzen
- Leiste/Knie/Fussbeschwerden
- Skoliotische Haltung
- Kopfschmerzen/Migräne
- Schleudertrauma/Whiplash injury
- Nackenschmerzen (akut/chronisch)
- Vertigo (= Schwindel)
- Tinnitus (= Ohrengeräusche)
- Trigeminusneuralgie
- Chronische Otitis media (=Mittelohrentzündung) bei Kleinkindern
- Schweregefühl, Oedem in den Beinen
- Agina Pectoris/Schmerzen hinter das Brustbein
- Chronische Sinusitus (= Entzündung eines Sinus/einer Höhle)
- Heuschnupfen- Asthmatiforme Erkrankungen
- Chronische Bronchitis
- Dyspnoe (=Kurzatmigkeit) und Husten- Obstipation/Durchfall
- Blähungen, Sodbrennen, Völlegefühl
- Erbrechen
- Ernährungsallergie
- Irritation der Blase/Harninkontinenz
- Postnatale Beschwerden
- Dysmenorrhöe (= schmerzhafte Menstruation)
- Stressbedingte Beschwerden
- Malokklusion (= nicht richtiges Verschliessen des Gebisses)
- Bruxismus (= Zähneknirschen v.a. während dem Schlafen)
- Kiefergelenksbeschwerden
- Konzentrationsstörung
- Hyperaktives Kind
- Schreikind
- Geburtstrauma
- Behandlung
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Hier erfahren Sie, wie eine typische Behandlung beim Osteopathen abläuft.
Typisch beim Osteopathen ist, dass in der klinischen Anwendung wie auch in der osteopathischen Diagnostik gilt: Der Mensch reagiert als Einheit.
KrankengeschichteZuerst wird der Osteopath die gesamte Krankengeschichte detailliert aufnehmen, um gezielt nach früheren Traumen, durchgemachten und aktuellen Krankheiten suchen zu können und diese dann in Zusammenhang mit den jetzigen Beschwerden zu bringen.
Haltung analysierenDann wird die Haltung gründlich untersucht. Der Osteopath fragt sich, warum diese Haltung eingenommen wird. Schon kleine Störungen haben einen grossen Einfluss auf die Funktionsmöglichkeiten des Körpers.
Denken Sie zum Beispiel an akuten Schiefhals oder Hexenschuss. Der Chiropraktor oder Physiotherapeut wird seine Therapie meist lokal ansetzen, der Osteopath aber untersucht grundsätzlich den ganzen Körper auf Bewegungsverluste oder erhöhte bzw. abnormale Spannung.

- Die drei Systeme
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In der Osteopathie wird in die Untersuchung und Behandlung integriert:
1) Der Bewegungsapparat
2) Die inneren Organe
3) Das kraniosakrale System



Gute Beweglichkeit von Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bindegewebe. Gutes Funktionieren und freie Beweglichkeit der inneren Organe und des Zwerchfells. Freie Beweglichkeit der Hirnhäute mit ihren Verbindungen am Schädel und Kreuzbein. Das mobile Gefüge von Schädelknochen und Kreuzbein, verbunden über das unelastische Duralrohr, bilden eine funktionelle Einheit.
Störungen in diesem Bereich können weitreichende Folgen für den gesamten Organismus haben (Durchblutung, nervale Steuerung, Lymphfluss). - Aufklärung, Bindegewebe, Übungen
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Aufklärung und Therapiegriffe
Nach der osteopathischen Diagnose klärt der Osteopath den Patienten auf über die gefundenen Blockaden und Zusammenhänge. Während der Behandlung soll der Patient so entspannt wie möglich sein.
Die einzigartigen, gezielten Therapiegriffe kommen jetzt zum Einsatz. Das Ziel ist es, auf sanfte Weise die gefundenen Gelenksblockaden und erhöhten Spannungen um Muskel und Bindegewebe (Faszien) zu normalisieren.
BindegewebeFür den Osteopathen ist die Faszie (Bindegewebe) das Bindeglied in der Therapie. Es vernetzt und überträgt Spannungen von einem Organsystem auf das andere. Daher sind Faszien wichtige Instrumente für den Osteopathen, über die er ein Symptom bis zu seiner auslösenden Ursache zurückverfolgen kann.
Umgekehrt wirkt sich eine gespannte Faszie auf den von ihr umhüllten Bereich aus. Die korrekte Funktion des betroffenen Bereichs oder dessen Versorgung über das Gefässsystem kann gestört werden. Löst der Osteopath diese Spannung, so kann der umhüllte Bereich wieder korrekt funktionieren.
ÜbungenManchmal muss der Patient daraufhin mittels gezielter Übungen die geschwächte Muskulatur wieder aufbauen und verkürzte Muskeln dehnen.
Mehr Informationen Anerkennung Krankenkasse
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Stellung der Osteopathie im Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Kostenaufwendungen und Behandlungsdauer der Osteopathie In den vergangenen Jahren hat sich der Stellenwert und die Anerkennung der Osteopathie im gesamten Gesundheitswesen verändert. Dazu möchten wir auf folgende Studien und Erhebungen verweisen: Eine noch weitreichendere und aussagekräftigere Studie des Centre de Recherches IPSO, Carousse-Genève aus dem Jahr 1995 bei insgesamt 5'000 Patientinnen und Patienten belegt eindrucksvoll, dass die Osteopathie im Therapiebereich vergleichsweise tiefere Kosten verursacht und zu einer merklichen Verkürzung der Arbeitsunfähigkeitsphase bei Patienten beiträgt und damit die volkswirtschaftlichen Kosten für Arbeitsausfälle senkt. „Der Vergleich der drei Primärkontakt-Berufsgruppen (Dr. med., D.O. - Doctor of Osteopathy, D.C. - Doctor of Chiropractic) zeigt, dass sowohl manualmedizinisch ausgebildete Ärzte als auch Chiropraktoren eine umfassende Grundausbildung und Kompetenz in den osteopathischen Techniken und Verfahren haben, und zwar sowohl diagnostisch als auch therapeutisch. Durch eine Zusatzqualifikation in osteopathischer Medizin nach dem Muster der DGOM oder SGOM könnte für Manualmediziner und Chiropraktoren mit wenig Aufwand eine Vertiefung der Ausbildung erreicht werden.“ |
- Osteopathie in der Schweiz
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In den letzten Jahren hat die Osteopathie in der Schweiz geradezu einen kometenhaften Aufschwung erlebt. Die Anfragen nach osteopathischen Behandlungen seitens der Patienten nehmen permanent zu. In bezug auf die heute rein kantonal geregelte Anerkennung der Osteopathie stellt sich seit längerer Zeit die Frage nach einer gesetzlich verankerten und überkantonalen Regelung des osteopathischen Berufsstandes.
Am 21. November 2002 wurde jetzt im Rahmen der Plenarversammlung der Schweizer Sanitätsdirektion SDK der Vorschlag zum „national gültigen und einheitlichen osteopathischen Examen“ angenommen. Der Schweizer Verband für Osteopathie SAOM begrüsst diesen Entscheid sehr, stellt er doch einen weiteren grossen Schritt in Richtung Anerkennung der Osteopathen als eigenständiger Berufsstand dar.
"Osteopathische Ausgangslage" in der SchweizEinerseits steigt in der Schweiz die Nachfrage nach osteopathischen Behandlungen ständig, so dass heute die zur Verfügung stehenden Ausbildungsmöglichkeiten fast überlastet sind. Andererseits ist die gesamte gesellschaftliche und politische Diskussion rund um die Osteopathie als noch junge manual-medizinische Therapieform - wie fast überall in Europa - durch eine Vielfalt von Meinungen, Ausbildungs- und Schulphilosophien und hartnäckigen Vorurteilen gegenüber Neuem geprägt.
Es existieren verschiedene Schulen, Verbände und Register, und es scheint auf den ersten Blick nicht einfach, die Osteopathie auf einen einheitlichen Nenner zu bringen – was insbesondere dem Patientenschutz und einer übergreifenden beruflichen Anerkennung sehr dienlich wäre.
Seit Jahren laufen daher entsprechende politische Bestrebungen für eine Vereinheitlichung der Ausbildungskriterien, die Schaffung neuer Ausbildungsmöglichkeiten und eine entsprechende Anerkennung des Berufsstandes der Osteopathen als eigenständiger Beruf mit eigenem Diagnosewesen.Zum Vergleich existieren heute zum Beispiel in den USA, wo die Osteopathie seit Jahrzehnten einen festen Platz im Gesundheitswesen einnimmt, insgesamt 18 medizinische universitäre Fakultäten für Osteopathie, an denen ein Abschluss als Doktor der Osteopathie erworben werden kann. - Anerkennung
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Der Anerkennungsweg führt über ein Staatsexamen
Doch in letzter Zeit trugen die allseitigen, politischen Bemühungen erste Früchte: Eine Expertengruppe – bestehend aus Osteopathen, Ärzten, Juristen, Chiropraktoren, Schulvertretern usw. – hat im Auftrag der überkantonalen sanitätspolitischen Kommission CRASS (Commission Romande des Affaires Sanitaires et Sociales ) die aktuellen kantonalen Vorschriften im Bereich der Osteopathie untersucht und entsprechende Vorschläge zur landesweiten Vereinheitlichung erarbeitet.
Daneben übernahm diese Expertengruppe auch die Aufgabe, ein neu anzustrebendes Vollzeitstudium der Osteopathinnen und Osteopathen auf dem „Master- oder Staatsexamen-Niveau“ zu koordinieren und eine Übergangslösung für bereits praktizierende und ausgebildete Osteopathen und Osteopathiestudenten zu erarbeiten.
Am 21. November 2002 wurde im Rahmen der Plenarversammlung der Sanitätsdirektorenkonferenz (SDK) der Vorschlag zur Einführung einer Einheitsprüfung, eines einheitlich national gültigen Examens, angenommen. Nach wie vor liegt jedoch die Entscheidung beim Kanton selbst, ob dieser die Osteopathie anerkennt oder nicht. Heute ist die Osteopathie in sechs Kantonen (Basel-Stadt, Bern, Fribourg, Genève, Solothurn, Waadt) anerkannt.
Vielfältige Folgen aufgrund des SDK-BeschlussesMit diesem Entscheid zum nationalen Osteopathie-Examen soll neben der Definition der quantitativen Anerkennungskriterien (wie Praxiserfahrung, Anzahl Ausbildungseinheiten, Diplomabschluss usw.) auch die qualitative Beurteilung der Osteopathen sichergestellt werden, was insbesondere auch dem Patientenschutz dient.
Gleichzeitig wurde das Zentralsekretariat der SDK, in Zusammenarbeit mit CRASS und der Expertengruppe, mit der Ausarbeitung und der Einführung des Osteopathie-Examens innerhalb von zwei Jahren beauftragt. Ein erfolgreicher Examensabschluss ist damit die Grundlage für die überkantonale, gesundheitspolitische Anerkennung sowie für die Bewilligung zur Ausübung.
Weitere Informationen zur Anerkennung der Krankenkasse
- Geschichte
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Die Grundlagen der Osteopathie finden ihren Ursprung gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Arbeiten des amerikanischen Arztes Andrew Taylor Still (1828-1917). Er entdeckt, dass der Körper über Selbstheilungskräfte verfügt, die, wenn sie entsprechend stimuliert werden, körperliche und funktionelle Störungen heilen können. Sein Wirken ist permanent getrieben von der Faszination, diese Stimulation durch den gezielten mechanischen Druck seiner Hände auslösen zu können.
Am 22. Juni 1874 vollendet Still sein Konzept der Osteopathie - eine neue Medizin ist geboren. Darin kommt dem Grund- und Leitsatz "Leben ist Bewegung" eine zentrale Bedeutung zu. Diesen Kerngedanken bezieht Still jedoch nicht nur auf das Muskel-Skelett-System, sondern auf alle Körperteile wie Schädel, Weichteile, innere Organe, Nerven- und Gefässbahnen, Hormondrüsen bis hin zur kleinsten Zelleinheit.
Bereits 1892 eröffnet Still in Kirksville (Missouri) die erste Osteopathie-Schule in den USA, "The American School of Osteopathy". Schnell stossen die Erfolge dieser neuen Behandlungsmethode auf reges öffentliches Interesse. Anfang des 20. Jahrhunderts schwappt die Osteopathie-Welle langsam nach Europa über: 1917 wird eine erste Schule in London gegründet. Im gleichen Jahr stirbt "Pap Still" - wie ihn seine Studenten liebevoll nennen.
Im Verlauf der Jahrzehnte haben sich die Methoden der Osteopathie rasant weiterentwickelt und sich den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Stills grundlegender Ansatz der Osteopathie hat sich jedoch bis heute seine Gültigkeit und Berechtigung bewahrt: Leben ist Bewegung.
Im Vergleich zu den USA und Grossbritannien, wo die Osteopathie bereits seit Jahrzehnten einen festen Platz im Gesundheitswesen einnimmt (heute existieren in den USA insgesamt 18 medizinische Fakultäten für Osteopathie, an denen ein Abschluss als Doktor der Osteopathie erworben werden kann), wird das restliche Europa erst langsam auf die Anwendungsmöglichkeiten aufmerksam – allen voran in den Benelux-Staaten und in Frankreich. Aber auch bei uns in der Schweiz erlebt die Osteopathie zur Zeit einen regelrechten Nachfrage-Boom. Mehrere hundert Osteopathen sind bereits in der Schweiz anerkannt.
- Literatur
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Online-Artikel
Interview: 'Die Osteopathie in der Schweiz ist in Bewegung' (PDF)
Erschienen in: Osteopathische Medizin 4/2003
Harter Helm auf weichem Baby-Kopf (PDF)
Erschienen in: Puls-Tipp, 17.03.2004Bücher
Osteopathie, Sanftes Heilen mit den Händen, Christoph Newiger, TRIAS Verlag, Stuttgart
Osteopathie, so hilft sie Ihrem Kind , Christoph Newiger, TRIAS Verlag, Stuttgart
Faszien, Serge Paoletti, ISBN 3-437-56100-6
Leitfaden Osteopathie, Torsten Liem & Tobias K.Dobler, ISBN 3-437-55780-7
Lehrbuch der viszeralen Osteopathie, Jérome Helmoortel, ISBN 3-13-127221-x
The Handbook of Osteopathic Technique, Larrie Hartman, ISBN 0412-9-62310-2
Anatomy Trains, Thomas W.Myers, ISBN 0-443-06351-6
Artikel, Zeitschriften
Der Bauch, das zweite Gehirn - Signale aus dem Reich der Mitte oder wie der Bauch den Kopf bestimmt, GEO, Ausgabe 11/2000, Seite 136
Osteopathische Medizin - Zeitschrift für ganzheitliche Heilverfahren, ISSN 1615-9071
